
Das Märchen vom listigen Cutter
Eines Tages, es war ein lauer Sommertag in Berlin. Unerbittlich erwärmte die Sonne, die ohnehin schon rauchenden Köpfe der geschäftigen Medienleute und brannte ihnen das Relief ihrer Spagettiträger und Umhängetaschen auf die nackten Schultern.Im Badeschiff in Treptow saß, mit einer Bionade in der Hand der Gevatter Tod und baumelte seine langen weiß-bläulichen Beine vom Steg herunter. Lässig ans Geländer gelehnt, seine große, nachtschwarze Sense. Es dauerte nicht lang, da setzte sich ein kleines rotbäckiges Männlein in einem akkurat sitzenden, kariertem Hemd gekleidet, neben ihn. Es stellte seinen Latte Macchiato ab, holte Stoff, Nadel und Faden hervor, war guter Dinge und nähte aus Leibeskräften. „Moin!“ sagte der Tod. „Ich bin der Tod.“ „Hello!“ freute sich das Männlein. „Ich bin das tapfere Schneiderlein.“ und eifrig nähte das Männlein weiter an seinem Stoff.
Im Badeschiff wurde es langsam voll, denn obwohl Berlin eine so geschäftige Stadt war, irgendwer hatte immer Freizeit. Und so kam es, dass zum Gevatter Tod und dem tapferen Schneiderlein sich ein weiterer Mann gesellte. Er war gewandet in einer kurzen Hose, einem T-Shirt und er trug eine Kappe auf dem Kopf. Der Gevatter und das Schneiderlein musterten ihn. „Moin, ich bin der Tod.“ sagte schließlich der Tod. „Und ich bin das tapfere Schneiderlein.“ sprachs und holte eine übergroße goldene Schere hervor und „SCHNAPP!“ der Stoff fiel in zwei Teile.
"Schönes Teil" bemerkte der Gevatter und musterte die Schere. „Aber sicherlich nicht so wirkungsvoll wie meine Sense.“ „Deine Sense mag groß und schwer sein“ erwiderte da das Schneiderlein „aber sicherlich nicht so scharf wie meine Schere.“ „Meine Sense ist nicht nur scharf und tödlich, sie sieht ja wohl auch geil aus!“ erregte sich da der Gevatter. „Meine Schere sieht ja wohl geiler aus wir dein olles Gartengerät, zudem ist sie präzise und schnell“ entgegnete das Schneiderlein und fuchtelte dabei mit der Schere dem Tod vor der Nase herum.....